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Kunst gibt Städten und Regionen ein Gesicht

Stadt- und Landkunst

Während Scholl als Master-Studentin im Fach Kommunikations-Design ihre Bachelor-Arbeit über die Bedeutung von Kultur und Kreativität für die urbane Identität vorstellte, erklärte Dorit Bremm, Ex-Schülerin an der Schule für Gestaltung des Kolping-Bildungszentrums, wie die "Triennale Regionale" in der Region Heilbronn-Franken Fuß fassen will. Dabei wurde dem Publikum klar: Kreative Ideen umzusetzen ist nur ein Teil der Aufgaben, denen sich Nachwuchs-Gestalter stellen.




Triennale Regionale

Der praktischen Umsetzung einer Idee geht viel konzeptionelle Arbeit voraus. Dann heißt es: Kontakte nutzen und knüpfen, Vertrauen schaffen, Mitstreiter und Geldgeber gewinnen. Am Beispiel der Triennale Regionale, einer im Drei-Jahres-Turnus geplanten Kunstveranstaltung mit Ausstellungen im öffentlichen Raum in vier Landkreisen und dem Stadtkreis Heilbronn, erklärte Bremm die Kunst der Kommunikation zur größten Herausforderung. "Es gibt zwar überall Künstlerverbände, Museen und Einzelinitiativen. Aber was fehlt, ist die Zusammenarbeit."




"Fleischeslust"

Seit 2009 steht die Konzeption der Triennale. Und seither versuchen Bremm und der Arbeitskreis Kunstregion, Kräfte aus Wirtschaft, Politik und Kultur zu bündeln, um ihrer Vision einer künstlerischen Auseinandersetzung mit einer willkürlich entstandenen Raumschaft näher zu kommen: "Kultur für alle", wie der populäre Kulturschaffende Hilmar Hofmann forderte, könnte auch in Heilbronn-Franken eine imagefördernde Leitfunktion bekommen, hofft, Bremm. Damit Projekte wie ihre Aufsehen erregende, 1500 Quadratmeter große Installation "Fleischeslust" 2010 als eigenwillige "moderne Landschaftsmalerei" Diskussionen anstoßen und "das Wesen der Kulturlandschaft einfangen", müssen sich viele Kräfte vernetzen. Erst dann, meint Bremm, kann Kunst zum regionalen Identitätsmerkmal werden.




Kultur macht Städte sexy


In Städten gelingt das längst. Am Beispiel der Gentrifikations-Prozesse in deutschen Großstädten stellte Anne Scholl dieses Phänomen dar. Nachweislich werten Kultur und Kreativität Stadtteile auf – immer öfter mit der Folge, dass diese sich verändern und zu Reichenvierteln werden. Ambivalent sieht Scholl, wie Städte Kreativität als Marketingfaktor einsetzen, um ihre Attraktivität zu steigern, dabei aber professionelle Kunstschaffende nicht ausreichend fördern: In Deutschland zählten rund 18 Prozent der Erwerbstätigen zum Bereich der Kreativwirtschaft, in Finnland, den Niederlanden und Belgien 28 Prozent, nannte Scholl einen Vergleich.

Not a Map

Beliebigkeit bei der Frage, wie Städte Kreativität fördern, birgt für die 25-Jährige die Gefahr der Gesichtslosigkeit. Scholls Weg, Städten ein Gesicht zu geben, ist sehr individuell und als Bachelor-Abschlussarbeit an der Fachhochschule Schwäbisch Hall preisgekrönt: "Not a Map" heißt ihr interaktiver Print-Stadtplan, den Reisende mit eigenen Eindrücken und Erinnerungen füllen.

Info: Die Schule für Gestaltung des Kolping-Bildungszentrums (SfG) konzipierte die Veranstaltungsreihe "Junge Gestalter". Schüler und die interessierte Öffentlichkeit sind zu den Themenabenden eingeladen. Nächster Termin: Freitag, 21. Oktober, 19 Uhr, Kolping-Bildungszentrum Heilbronn, Bahnhofstraße 8: Thomas Weckler und Steven Zuleger, Eppingen, berichten über aktuelle Entwicklungen der 3D-Fotografie und der Videoproduktion. Eintritt frei.

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