Gefragter Gesprächspartner zum Thema Mobile Apps: Software-Entwickler Matthias Wenz
Mitten im Markt
Das, womit Matthias Wenz sich am häufigsten beschäftigt, spielte in seinem Vortrag über mobile Apps nur eine Nebenrolle: "Das meiste ist pures Programmieren", erklärte der Karlsruher. In der Reihe "Junge Gestalter" erklärte er, was an der Schnittstelle zwischen Technik und Gestaltung wichtig ist. Mitten im boomenden Markt der mobilen Applikationen, kurz Apps, die die Kommunikation zunehmend bestimmen, bewegt sich der 24-Jährige.

Leidenschaftlich
Medieninformatik ist sein Fach und es macht ihm nichts aus, wenn man ihn einen Nerd nennt. Einen, der besessen ist von den Möglichkeiten der Computertechnik. Beruflich arbeite er an großen Web-Anwendungen, seine Leidenschaft ist das Entwickeln kleiner Apps. Was ihn daran fasziniert und wie er Entwicklungen angeht erklärte er vor rund 50 Zuhörern im Kolping-Bildungszentrum. "Alles Grundwissen", urteilten die in der Mehrzahl jungen Zuhörer – und nutzten die Gelegenheit, den Fachmann zu befragen.
In der App
Dass Smartpones, iPads oder Android Zugriff auf völlig neue Benutzerszenarien erlauben, stellte Wenz an Beispielen dar. Sie alle verdeutlichten, was er meint, wenn er sagt: "Ich bediene kein Gerät mehr, ich bin drin." Gute Applikationen erfüllen den Zweck, den der Nutzer erwartet, sonst nichts. Ein Taschenrechner rechnet, Magazine bieten – meist bilderlastigen - Inhalt. Dabei sind Apps auf Smartphones überall dabei und niemand muss, um sie zu verstehen, ein Handbuch studieren.

Wie in echt
Die Schnelligkeit, mit der sie Zugriff auf Informationen erlauben, ist unübertroffen, der Visualisierungsgrad enorm. Als Programmierer achtet Wenz auf die bestmögliche Handhabung und das heiße in der Regel: je knapper und griffiger die Idee definiert ist, was eine App können soll, desto klarer kann er sie "bauen". Ohne Design geht das nicht – es ist die Brücke zur Realität, die das Nutzerverhalten vorgibt. Dabei muss das, was auf dem Minibildschirm -"eine Herausforderung" oder auf dem iPad-Screen passiert, den Nutzer gezielt navigieren und ihm bekannte Bilder liefern. Zum Beispiel imitieren e-book-Seiten das vertraute Umblättern in einem Buch quasi im Handstreich: Einmal mit dem Finger gewischt, liegt die nächste Seite offen.
Diskussionsstoff
"Real World Metaphern" nennt Wenz das. Mit ihrer Hilfe erfüllen Apps Alltagsbedürfnisse: Schnell, logisch, ohne viel Text. Der Einwand "Das gibt es doch schon" hält Wenz nicht davon ab, Ideen für neue Anwendungen zu verfolgen: "Keine Lösung ist optimal", sagt er, "Bedürfnisse individuell". Diskussionen um Programmier-Besonderheiten und Vorteile unterschiedlicher Betriebssysteme dauerten im kleinen Gesprächsrunden noch einmal so lange wie der Vortrag selbst.
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