Gemalte Philosophie
Biene, Löffel oder ein DNA-Symbol scheinen sich schwebend aus dem großen U zu befreien, in dem sich Zeichen zum Logo von Unilever Food Solutions drängen. Aus dem satten Orange löst sich zartes Apricot. Jasmin Lanz bessert, auf eine Leiter gekauert, fast unsichtbare Mängel an den Konturen der Symbole aus. Die Zeichen stehen für die Firmenphilosophie. Jasmin und ihre Klassenkameraden Linda Schannen und Vincent Knobl sind Grafik-Design-Schüler der Schule für Gestaltung im Kolping-Bildungszentrum. Drei Tage haben sie Zeit, einen Besprechungsraum in der Unilever-Niederlassung in der Heilbronner Knorrstraße 1 zu gestalten.

Marketing-Kontakte
Für den Entwurf bis zur Umsetzung dieses Auftrags haben die Schüler viele Stunden außerhalb des Unterrichts darauf verwendet, die Wünsche aus der Marketing-Abteilung des Großverbraucherbereichs von Unilever – Unilever Food Solutions - zu treffen: Ansprechend und inspirierend soll der Raum wirken, in dem bald Mitarbeiter diskutieren und verhandeln werden. Der Kontakt von Channel-Marketing-Director Claus-Peter Hanke zum stellvertretenden Leiter der Schule für Gestaltung, Uli Peter, und Grafik-Design-Dozent Alexander Gaab brachte das gemeinsame Projekt hervor: Unilever Food Solutions gab freiwilligen Nachwuchs-Grafik-Designern die Möglichkeit, einen Konferenzraum im Bürokomplex des Konsumgüter-Riesen in Heilbronn zu gestalten. Von der Entwurfsplanung in drei Gruppen blieb nach ersten Präsentationen und einem Wettbewerb eine Fusion zweier Ideen. "Für unsere Schüler sind solche Projekte ideale Möglichkeiten, alle Arbeitsschritte vom Auftrag bis zur Fertigstellung durchzuspielen", freut sich Uli Peter.
Werkstatt
"Man sieht gar nicht, was da an Arbeit drinsteckt", ist Marketing-Assistentin Anna Scholte-Reh beim Besuch in dem renovierten Raum überrascht. Der nagelneue Besprechungstisch verschwindet unter Farbtöpfen und Pinseln, unter Folienschablonen und Skizzen, Lappen, Wassertöpfen und Laptop. Der ist verbunden mit einem Beamer auf einer Haushaltsleiter. Die Konturen für Skizzen so bekannter Markenlogos wie Knorr, Pfanni, Rama oder Becel werfen die künftigen Grafiker als Lichtbilder an die Wand: "So können wir am besten die korrekten Proportionen wahren", erklärt Vincent. Wie immens wichtig das Marken-Erscheinungsbild innerhalb eines Unternehmens ist, haben der 21-Jährige und seine beiden Kolleginnen gelernt.
Richtlinien setzen Grenzen
Sie sahen sich nach dem Studium der 160-seitigen "Brand Guidelines", der Richtlinien, wie man Elemente des Markenauftritts (nicht) verwenden darf, vor der Herausforderung, "das auszureizen, was dann noch bleibt". Damit das Unilever Food Solutions-Orange nicht vom Original abweicht, benutzen die Schüler zertifizierte Farben. Den großen Logo-Schriftzug haben sie als Negativ-Schablone anfertigen lassen, damit Schriftbild und Buchstabenabstände stimmen. Alle anderen Hilfsmittel sind von Hand gefertigt. Die Markennamen an der Längswand des Raumes bleiben absichtlich skizzenhaft: "Damit zeigen wir, dass hier im Haus ständig alles in Entwicklung ist", sagt Vincent.

Konferenzreif
Die drei Services des Unternehmens erklären die Schüler, als wären sie alte Unilever-Hasen: Ihre Gäste. Ihr Menü. Ihre Küche. malen Sie die Servicebereiche, die Leistungen für Profiköche benennen, an die Fensterfront des Konferenzraums. "Hier sollen Köche lernen, Technik, Handwerk und ihre Kreativität zu verbinden", erklären die drei. Gelernt haben sie mit dem Unilever-Auftrag noch viel mehr. Neben der eigentlichen kreativen Aufgabe auch Zeit- und Budgetplanung, Absprachen mit Geschäftsleitung oder Hausmeister, die Organisation von Werkzeugen und Material, das Vergleichen von Preisen beim Einkauf. "Stressig war's, besonders während der Schulzeit" sind sich die Schüler einig. Aber der Auftrag war auch eine wichtige Erfahrung, wie man Ideen ganz praktisch umsetzt.
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